Augsburg-Torwart soll Elfmeterpunkt bezahlen

08. Dezember 2015

Beitrag auf faz.net

Augsburgs Marwin Hitz trampelte in Köln den Elfmeterpunkt kaputt. Strafstoß-Schütze Anthony Modeste rutschte prompt aus, der Torwart hielt. Nun bekommt Hitz allerdings die Rechnung für sein unsportliches Verhalten.

Elfmeterpunkt-Trampler Marwin Hitz bekommt jetzt die Rechnung für seine unsportliche Aktion beim Bundesliga-Spiel in Köln. Der Torhüter des FC Augsburg soll für die Kosten der Instandsetzung des Rasens in der Kölner Fußball-Arena in Höhe von 122,92 Euro aufkommen. „Streng genommen ist das mutwilliges Zerstören von Eigentum der KSS, also Sachbeschädigung“ sagte Hans Rütten, Geschäftsführer der Kölner Sportstätten GmbH, der Tageszeitung „Express“.

Hitz hatte im Punktspiel der Augsburger beim 1. FC Köln (0:1) am vergangenen Samstag mit seinen Fußballschuhen am Elfmeterpunkt vorsätzlich ein Loch in den Rasen getreten. Kölns Anthony Modeste rutschte danach bei der Ausführung des Strafstoßes aus. Er habe „ein bisschen gestampft“. Und es sei ja „keine Schande, wenn man da ein bisschen rumspielt“. Es sei ja auch nur „in der Hitze des Gefechts“ geschehen. Das alles erklärte der 28-Jährige am Samstag direkt nach der Partie mit einem steten Grinsen im Gesicht, das jede Schwiegermutter zum Dahinschmelzen gebracht hätte.

Eines indes wusste Hitz auch: Dafür, dass er vor dem Strafstoß des glücklosen Modeste den ominösen Punkt mit den Stollen heftig bearbeitete und den Franzosen damit zumindest irritierte, bekommt Hitz keinen Preis: „Es ist nicht die fairste Aktion, das muss ich zugeben.“

Aber sie half. Und warum, muss Hitz sich gedacht haben, sollte nicht auch im Fußball der Zweck die Mittel heiligen – Shitstorm im Internet hin oder her? Hitz gelobte Besserung, als er auf die Frage nach einer denkbaren Wiederholung sagte: „Ich würde es nicht noch mal machen, das bin nicht ich.“ Trainer Markus Weinzierl sagte zur Hitz-Aktion dreierlei: „Nicht gut, nicht clever und nicht fair reagiert.“

Die ganze Angelegenheit werde in der Karnevalshochburg Köln aber mit Humor genommen, betonte die Betreibergesellschaft auf dpa-Anfrage. Hitz, der seine Aktion als „unsportlich“ bewertete, könne die Rechnung freiwillig bezahlen. Das Geld werde dann laut Rütten „der Kinderklinik in der Amsterdamer Straße“, gespendet.

„Wenn die Rechnung mit einem Augenzwinkern gestellt wurde, werde ich diese nach Erhalt gerne begleichen, auch wenn ich glaube, dass unsere Greenkeeper den Elfmeterpunkt schneller ausgebessert hätten“, antwortete Hitz am Dienstag. Die 122,92 Euro setzen sich nach Kölner Angaben auch aus zwei Facharbeiterstunden zusammen. Hitz kündigte an, das Geld an das vorgeschlagene Kinderkrankenhaus zu spenden.

Auch der FC Augsburg hielt zwei Stunden Arbeit für übertrieben und will Stadion-Chef Rütten in den nächsten Tagen „zur Unterstützung“ einen Rasenmäher eines seiner Werbepartner schicken. „Dies ebenfalls mit einem Augenzwinkern“, wie es hieß.