Beitrag auf faz.net von Roland Zorn
Der FC Bayern München zeigt beim 1. FC Köln Powerfußball – und Trainer Ancelotti irrt sich. Durch das 3:0 baut der Rekordmeister seine Tabellenführung aus.
Den FC Bayern München hält in diesen ersten Frühlingswochen nichts und niemand auf. Dem 8:0 gegen den Hamburger SV vor einer Woche und dem 3:0 im Pokalwettbewerb über Schalke 04 am Mittwoch ist am Samstag ein nie in Frage stehender 3:0-Sieg beim bis dahin daheim unbesiegten 1. FC Köln gefolgt. Bezeichnend für die derzeitige Qualitätsoffensive des Meisters und Bundesliga-Tabellenführers war dabei, dass zwei stürmische Abwehrspieler, die Spanier Martinez (25. Minute) und Bernat (48.) die beiden ersten Tore schossen und Ribéry (90.) die Zugabe erzielte.
Dabei hatten Carlo Ancelotti mulmige Gefühle geplagt. Am Tag vor dem Spiel beim FC unkte der italienische Cheftrainer: „Der Schlüssel gegen Schalke war die Intensität. Manchmal ist das nicht möglich. Morgen, denke ich, haben wir nicht hundert Prozent Energie.“ Ancelotti nährte dazu seine eigenen Befürchtungen, indem er eine Reihe seiner Schlüsselspieler drei Tage vor dem Achtelfinalrückspiel in der Champions League beim FC Arsenal (Hinspiel 5:1) auf die Bank setzte. Dort nahmen Hummels, Ribéry, Robben und Alonso Platz. Dafür standen Müller, Bernat, Costa und Coman in der immer noch bärenstarken Startformation.
Diese erste Elf zeigte ihrem Trainer gern, dass sich Ancelotti geirrt hatte. Nach Lust und Laune spielten die Bayern ihre kollektive Frische aus. Sie glänzten dazu mit einer Hingabe und Spielfreude, die an die schönsten Tage unter Ancelottis Vorgänger Pep Guardiola erinnerten. Die Münchner dominierten mit ihren scharfen Präzisionspässen und ihrem hohen Tempo eine Partie, in der sich der FC auf Konter verlegte und dabei einen nicht zu unterschätzenden Eindruck machte. Osako hatte bei einem fabelhaften Kopfball, den Neuer mit einer genauso sehenswerten Parade abwehrte, die beste Gelegenheit der Kölner.
Das erste Tor aber schoss fast zwangsläufig der FC Bayern, der einen seiner Angriffe durch Martinez’ Direktabnahme zum 1:0 nutzte. 14:3 Torschüsse, 73 Prozent Ballbesitz und 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe sprachen zur Halbzeit deutlich für die Münchner und ihren Powerfußball. Genauso ging es im zweiten Durchgang weiter, nachdem das Spiel durch Bernats von Olkowski noch abgefälschtem Schuss zum 2:0 früh entschieden war. Der Rest war Schaulaufen auf hohem Niveau, unterbrochen nur durch das 3:0 des eingewechselten Ribéry.