Was die Trennung von Schmadtke für Köln bedeutet

27. Oktober 2017

Beitrag auf faz.net 

Die Krise beim 1. FC Köln hat erste personelle Konsequenzen gefordert: Geschäftsführer Jörg Schmadtke musste gehen. Trainer Stöger findet dazu deutliche Worte.Doch, der FC hat schon noch welche, und er hatte sie in der Schlussphase des Spiels in Stuttgart sogar alle auf dem Platz. Man konnte auch sehen, dass es sich bei einigen von ihnen definitiv um Erstligastürmer handelt, Osakos feine Technik gehört ebenso in die höchste Spielklasse wie Bittencourts Dribbelkunst, und wer nicht an den großen Pizarro glaubt, ist ohnehin der finstersten Blasphemie verdächtig.

Kölns Trainer Peter Stöger hat sich nach dem Aus von Geschäftsführer Jörg Schmadtke „total überrascht“ gezeigt. „Ich habe es auch erst kurz vor der Verkündung erfahren“, sagte Stöger dem „Express“. Gegenüber der „Bild“ präzisierte der Österreicher: „Erst zehn Minuten vor der Veröffentlichung“ habe er davon Kenntnis erhalten.

Der krisengeschüttelte Fußball-Bundesligist 1. FC Köln und Schmadtke hatten am Montagabend ihre Trennung bekanntgegeben. Der eigentlich noch bis 2023 laufende Vertrag mit dem Geschäftsführer sei mit sofortiger Wirkung im „beiderseitigen Einvernehmen“ aufgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung des Tabellenletzten.

„Mit diesem Schritt möchte ich den Weg frei machen für einen neuen Impuls“, wurde Schmadtke zitiert. Coach Stöger sagte danach dem „Express“: „Ich hatte wenig Zeit darüber nachzudenken, was das jetzt strukturell bedeutet. Ich bin am Abend zu Freunden gefahren, die eh schon viel zu lange warten mussten.“

Der Trainer des Tabellenletzten wird an diesem Dienstag (13.00 Uhr) im Rahmen der obligatorischen Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel in Berlin bei Hertha BSC wohl seine Sichtweise darlegen.

Die öffentliche Stimmung gegen den in Köln lange Zeit als Kultfigur umjubelten Schmadtke hatte sich spätestens nach der 0:1-Niederlage in der Europa League am Donnerstag in Baryssau gedreht. Die Fans forderten lautstark den Rauswurf des Managers, der zuvor für seine kluge Einkaufspolitik immer gelobt wurde. Zuletzt gab es im Bundesliga-Kellerduell gegen Werder Bremen ein torloses Remis.

Im Sommer 2013 war der ehemalige Bundesliga-Torhüter Schmadtke nach Köln gekommen. Ein Jahr später schaffte der FC als Zweitliga-Meister die Rückkehr in die Bundesliga. In der darauffolgenden Spielzeit erreichte der Club Platz zwölf, platzierte sich 2016 auf Platz neun und qualifizierte sich in der zurückliegenden Saison mit Platz fünf für die Teilnahme an der Europa League.

In dieser Saison allerdings konnten die Rheinländer noch kein Spiel gewinnen und liegen mit nur zwei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.