Beitrag in der FAZ von Sebastian Stier
3:1 – Köln stürmt in Berlin auf Platz sechs
BERLIN. Vier Jahre lang war Ondrej Duda Teil von Hertha BSC gewesen, ehe er Ende 2020 zum 1. FC Köln wechselte. In Berlin hatte der slowakische Nationalspieler etliche Tiefen und einige Höhen erlebt, am Ende aber fehlte den Verantwortlichen der Glaube daran, dass sich der sensible Mittelfeldspieler auch unter einem Trainer durchsetzen kann, der nicht Pal Dardai heißt. In Köln heißt der Trainer Steffen Baumgart, was Duda aber nicht davon abhält, ähnlich wirkungsvoll aufzuspielen wie zu besten Berliner Zeiten. Gegen seinen ehemaligen Klub erzielte der 27-Jährige das vorentscheidende 2:0. Obwohl Hertha noch zum Anschluss kam, siegten die Kölner um Duda 3:1, freuten sich über einen gelungenen Auftakt in die Rückrunde und den Sprung auf Platz sechs.
Hertha erlebte nach dem aufregenden 3:2 gegen Dortmund vor der Winterpause einen Rückschlag. An die Leistung vom letzten Spiel der Hinrunde kamen die Berliner nie heran. Köln hatte den besseren Start. Dank Duda (19.) und Mark Uth (21.) boten sich erste gute Möglichkeiten. In Führung aber hätte das Berliner Team von Coach Tayfun Korkut gehen müssen, als Myziane Maolida plötzlich frei vor dem von Marvin Schwäbe gehüteten Kölner Tor auftauchte. Schwäbe wird trotz der Rückkehr des lange verletzten Timo Horn erst einmal die Nummer eins bleiben, darauf hat Baumgart sich festgelegt. Schwäbe soll alle Ligaspiele bis zum 1. Februar bestreiten, Horn die Auseinandersetzung im DFB-Pokal mit dem Hamburger SV. Danach will Baumgart neu entscheiden. Dass Schwäbe derzeit eine gute Wahl ist, zeigte er allein mit seiner Parade gegen Maolida (28.).
Trotz der Berliner Großchance war Köln das spielfreudigere Team mit den besseren Ideen. Gezielt griffen sie immer wieder über die Außen an, um mit Flanken ihren Stürmer Modeste zu suchen. So fiel auch das 0:1. Uth flankte von links direkt auf den Kopf von Modeste, der problemlos vollendete (29.). Für den Franzosen war es schon das neunte Kopfballtor der Saison, nur Sergej Barbarez und Jan Koller (beide elf) waren in dieser Hinsicht erfolgreicher. Noch bleiben Modeste aber genug Versuche, den Rekord zu brechen.
Herthas Hintermannschaft hatte sich noch gar nicht richtig sortiert, da sauste schon die nächste Flanke in den Berliner Strafraum. Niklas Stark konnte nur in die Mitte klären, wo Duda sich schon positioniert hatte und per Direktschuss zum 0:2 traf. Dank Modeste bot sich vor der Pause sogar die Chance zur frühen Entscheidung (42.).
Nach dem Seitenwechsel kamen zunächst keine neuen Spieler, dafür aber ein neuer Schiedsrichter. Der verletzte Tobias Stieler wurde durch Alexander Sather ersetzt. Sather leitete in der zweiten Halbzeit ein Spiel, das immer stärker abflachte. Vladimir Darida verkürzte zwar durch einen auf den zweiten Pfosten gezogenen Freistoß, an den niemand mehr herankam (57.), aber drängend gefährlich wurden die Berliner in der Folge nicht mehr. In der Nachspielzeit setzte Thielmann mit dem 1:3 den Schlusspunkt.