Bayer Leverkusen erlebt die erste Pleite im Rhein-Derby seit vier Jahren. Der Held des Kölner Fußball-Festtags ist Verteidiger und heißt Dominic Maroh.
Am Tag vor dem Derby schlechthin zwischen Dortmund und Schalke gab das Treffen zweier rheinischer Nachbarn einen flotten Prolog ab. Räumlich trennen Leverkusen und Köln nur wenige Kilometer, und in der Tabelle waren sie einander auch so nah, dass dem 1. FC Köln der Sieg im unmittelbaren Vergleich genügte, um Leverkusen zu überflügeln. Beim 2:1 in der BayArena wurde Verteidiger Dominic Maroh als zweimaliger Torschütze (17. und 73. Minute) zum entscheidenden Mann. Leverkusen hatte dank Javier Hernandez ausgeglichen (33,), vermochte die Niederlage nach der Roten Karte gegen Papadopoulos (53.) aber nicht abzuwenden.
Die Kölner ließen von Beginn an erkennen, dass sie langsam ungeduldig wurden. Sie hatten ja auch einiges nachzuholen. In der Bundesliga war ihnen mehr als fünf Stunden lang kein Tor gelungen. Also versuchten sie es in diesem Auswärtsspiel gegen einen höher eingeschätzten Gegner mit zwei Angreifern. Ihr Tatendrang und ihr Mut zahlten sich früh aus. Der „FC“ benötigte nur gut eine Viertelstunde, um in Führung zu gehen. Dabei profitierte Maroh von der „Hilfe“, die Papadopoulos leistete; der Grieche leitete einen Freistoß des Gegners unfreiwillig zum Torschützen weiter. Bayer, zuletzt an einigen Partien mit vielen Treffern beteiligt, zeigte sich nicht nur in dieser Szene anfällig in der Abwehr.
Das Auftreten der Leverkusener ist aber auch dadurch kennzeichnet, dass sie sich von Rückständen nicht aus der Bahn werfen lassen, wie etwa gegen den VfB Stuttgart (4:3) und den AS Rom (4:4 und 2:3) zu beobachten war. Auch gegen Köln gelang ihnen der Ausgleich. Aber das Tor von Hernandez versetzte die Werkself nicht in die Lage, die Spielkontrolle an sich zu reißen. Im Gegenteil.
Kurz nach der Pause war es mit den ausgeglichenen Verhältnissen schon wieder vorbei, zumindest bei der Anzahl der Spieler. Schiedsrichter Felix Zwayer wertete ein Foul von Papadopoulos an Modeste als „Notbremse“ und zeigte dem Leverkusener, ohne zu zögern, die Rote Karte – eine vertretbare Entscheidung. Kurz zuvor hatte Modeste mit der Hacke nur knapp das Tor verfehlt. Nach dem Platzverweis verschoben sich die Gewichte auf dem Rasen mehr und mehr zugunsten der Kölner. Marohs zweiter Treffer brachte die Kräfteverhältnisse auch im Ergebnis zum Ausdruck.