Modeste lässt Köln träumen

21. März 2017

Beitrag auf faz.net von Richard Leipold

Im direkten Duell zweier Europapokal-Anwärter bezwingt der 1. FC Köln auch dank eines Dreierpacks seines Torjägers Modeste die Berliner Hertha deutlich.

Fußballspiele gegen Hertha BSC Berlin hatten Peter Stöger in den vergangenen Jahren nicht viel Freude bereitet. In fünf Partien gegen den Hauptstadtklub hatte der 1. FC Köln unter der Regie seines österreichischen Cheftrainers nur einen Punkt geholt. Doch der vermeintliche Angstgegner hat seinen Schrecken verloren – dank Anthony Modeste.

Der Franzose zeichnete sich beim 4:2 über Hertha als dreimaliger 18Torschütze aus (35./37./63.). Yuya Osako hatte die Heimelf früh in Führung geschossen (6.). Die Berliner steckten zwar nie auf, hatten dem wirkungsvollen Konterspiel des FC aber nur die Treffer von Vedad Ibisevic (50.) und John Brooks (69.) entgegenzusetzen.

Die Kölner Fans hatten den Berlinern schon kurz nach dem Führungstreffer ihrer Lieblingsmannschaft zugerufen: „Ihr könnt nach Hause fahren.“ Dass die Berliner dennoch bis zum Schluss geblieben sind, trug durchaus zur Unterhaltung bei. In der ersten Hälfte hatten sie allerdings wenig Spaß, vor allem weil beim FC jeder Schuss ein Treffer war. Nach Osakos Weitschuss zum 1:0, der nicht unhaltbar schien, überließen die Kölner dem Gegner zwar die Initiative, zeigten sich aber zweikampfstärker und nutzten ihre Konterchancen eiskalt.

Wieder einmal fiel Modeste die Rolle des Vollstreckers zu. Bei einer scharfen Hereingabe von Christian Clemens war er noch einen Schritt zu spät gekommen, doch dann gelang ihm ein Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten. Erst verwertete er Osakos Flanke mit einer plazierten Direktabnahme, dann war er nach Lehmanns Steilpass nicht mehr aufzuhalten und vollendete zum dritten Tor. Hertha hatte zwar mehr Ballbesitz als der Gegner, zeigte sich im Spiel nach vorn aber unproduktiv. Selten wurde es für Köln so gefährlich wie beim Kopfball von Ibisevic, der nach einer halben Stunde den Ausgleich hätte erzielen können.

Nach dem Seitenwechsel erwischten aber die Berliner den besseren Start. Ibisevic‘ Elfmetertor – nach einem Foul von Horn an Niklas Stark – hauchte ihnen wieder Hoffnung ein. Es entstand ein munterer Schlagabtausch mit Modeste in der Hauptrolle. Der Torjäger stellte, wieder bei einem schnellen Gegenstoß, den alten Abstand wieder her; die Berliner bemühten sich zu zeigen, dass sie auswärts besser sind als Ihr Ruf. Mehr als eine kleine Ergebniskosmetik gelang ihnen jedoch nicht mehr.