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Remis nach Rückstand: Anthony Modeste erzielt sein 13. Saisontor für den 1. FC Köln, aber das krisengeplagte Bayer Leverkusen erreicht im rheinischen Derby noch ein 1:1 und verhindert damit, das die Diskussionen massiver werden.
Für Bayer Leverkusen und Trainer Roger Schmidt endet das Fußballjahr 2016 halbwegs versöhnlich. Nach dem 1:1 (1:1) im rheinischen Derby beim 1. FC Köln hinkt der Champions-League-Achtelfinalist den eigenen Ansprüchen zwar weiter hinterher, kann den nächsten Aufgaben aber wieder gelassener entgegenblicken. Zwar hatte Kölns Top-Torjäger Anthony Modeste (21. Minute) die Gastgeber mit einem Traum-Tor in Führung geschossen und die Hoffnungen auf den erst zweiten Kölner Sieg im zwölften Heimspiel gegen den ungeliebten Rivalen genährt. Doch der Brasilianer Wendell (44.) traf noch vor der Pause zum Ausgleich.
Die lautstarken Unmutsbekundungen der Fans und die "Roger-raus"-Rufe beim 1:2 gegen den FC Ingolstadt im Heimspiel am Sonntag hatte sich Bayer-Trainer Schmidt zu Herzen genommen. "Wir wissen, dass wir gegen Ingolstadt ein sehr, sehr schlechtes Spiel abgeliefert haben", sagte Leverkusens Kapitän Omar Toprak: "In der Bundesliga haben wir definitiv zu wenig Punkte. Es ist ein Auf und Ab."
Drei Tage danach bot Schmidt gleich ein halbes Dutzend an neuen Spielern auf, dreimal allerdings unfreiwillig. Neben dem rotgesperrten Charles Aranguiz meldeten sich Jonathan Tah und Julian Baumgartlinger kurzfristig mit einem Magen-Darm-Virus ab. Bei den Kölnern von Coach Peter Stöger stand nach dem 1:1 in Bremen in Salih Özcan nur ein einziger Neuer für den gesperrten Marco Höger in der Startelf.
Nach nicht einmal einer halben Stunde sangen die Kölner Fans: "Die Nummer eins am Rhein sind wir." Kurz zuvor hatte Modeste nach einer Sörensen-Flanke aus elf Metern per Dropkick hoch ins lange Eck getroffen. Der 13. Saison-Treffer des Franzosen könnte als Tor des Monats durchgehen. Kurz vor der Pause bejubelten dann die Leverkusener den verdienten Ausgleich. Kölns Keeper Thomas Kessler klärte zunächst gegen Calhanoglu, doch gegen Wendell war er chancenlos. Es war erst der zweite Bundesliga-Treffer des Brasilianers. In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste deutlich agiler zurück aufs Feld. Die Hausherren kamen kaum noch zu Angriffen, weil die Leverkusener druckvoll agierten und vehement versuchten, die Partie für sich zu entscheiden. Mit dem Wechsel von Javier Hernandez für Kevin Kampl setzte Roger Schmidt ein weiteres Signal für Vollgas-Fußball. Kurz vor dem Abpfiff kam noch der Finne Joel Pohjanpalo, doch Tore gab es keine mehr.