Beitrag auf ksta.de von Philip Sagioglou
Augsburg - Die Kombination aus Flutlicht am Freitagabend und Fußball liegt weder dem FC Augsburg noch dem 1. FC Köln. Schon zuvor hätte sich bei der Prognose des Resultats also der Tipp auf ein Unentschieden angeboten, als die Vereine unter jenen beiderseits ungeliebten Umständen aufeinandertrafen. Der FC hat schließlich zuletzt im Herbst 2014 ein Freitagsspiel für sich entschieden, die Augsburger sogar noch zwei Jahre länger nicht. Und trotz der Gewissheit, dass im Fußball noch jede Serie irgendwann einmal gerissen ist, sorgten die Mannschaften dafür, dass sich die nicht sehr gewagte Prophezeiung dann auch erfüllte: Das Spiel endete 0:0.
Wie erwartet ersetzte Peter Stöger den angeschlagenen Mergim Mavraj durch Dominique Heintz – das war die einzige Modifikation der Kölner Startelf im Vergleich zum 4:1-Sieg gegen Darmstadt. Bei Augsburg begannen unter anderem der ehemalige Kölner Markus Feulner sowie der Winter-Neuzugang Alfred Finnbogason, dem es in den vorherigen drei Spielen, die das Team von Trainer Markus Weinzierl allesamt gewann, gelungen war, jeweils den ersten Treffer für seine Mannschaft zu erzielen.
Diesmal hätten bereits zwei Tore fallen können, bevor der Isländer überhaupt einmal ins Spiel eingebunden war. Denn die Anfangsphase versprach etwas, das der Rest der ersten Halbzeit nicht halten konnte. Es ging aufregend los – mit Kopfball-Chancen auf beiden Seiten. Zunächst verpasste jedoch Dominic Maroh nach einem Eckball von Filip Mladenovic seinen dritten Saisontreffer nur knapp, keine zwei Minuten waren da gespielt. Dann verfehlte Tobias Werner – mit noch etwas mehr Freiraum als zuvor der FC-Innenverteidiger – das Tor deutlich. Glück hatten die Kölner, dass es keinen Elfmeter gab, nachdem Anthony Modeste einen Schuss von Baier mit dem Arm abblockte.
Dann war eine Viertelstunde vorüber – und für die weitere Dauer des ersten Durchgangs war es das mit der Action. Das lag nicht an der fehlenden Qualität der Mannschaften, sondern vielmehr an deren Intention: Beide waren in erster Linie auf Disziplin bedacht, leisteten sich kaum Fehlpässe, suchten eher die Sicherheit als das Spektakel. Aus Kölner Sicht war das angesichts des gesicherten Klassenerhalts nachvollziehbar, ein Punkt auswärts ist ein ordentliches Resultat. Die Augsburger aber haben ihr großes Ziel noch nicht erreicht – insofern war ihre Zurückhaltung ein wenig überraschend.
Der zweite Durchgang begann auf Kölner Seite mit Milos Jojic statt Yuya Osako – und mit nun aktiveren Gastgebern. In Gefahr geriet der defensiv gut strukturierte FC zunächst allerdings nicht – bis eine rätselhafte Aktion des zuvor tadellosen Matthias Lehmann den weiteren Verlauf des Spiels entscheidend beeinflusste: Am Mittelkreis kam der Kölner Kapitän im Duell mit Werner zu spät und traf den Augsburger mit dem Fuß am Kopf. Weil Lehmann kurz vor der Pause für ein taktisches Foul verwarnt worden war, gab es nach knapp einer Stunde nur eine logische Konsequenz: Gelb-Rot.
Die Kölner verschoben ihre Formation einige Meter nach hinten und schalteten in den Kampfmodus – mit Erfolg. Dass sie nicht jeden Augsburger Angriff würden verteidigen können, war absehbar, doch einen Freistoß von Raul Bobadilla und einen Schlenzer von Halil Altintop überstanden sie ebenso ohne Gegentor wie die eine oder andere weitere kritische Situation.
Und so gelang den Augsburgern ein weiterer, kleiner Schritt zum Klassenerhalt. Der FC hingegen hat nach dem gesicherten Ligaverbleib nun auch das sekundäre Saisonziel „40 Punkte + x“ erfüllt. Die Fantasien von einer Teilnahme an der Europa League, von denen sie im Verein ja ohnehin wenig hören wollten, dürften sich dagegen auch für die Verträumtesten unter den Kölner Fans erledigt haben.