Beitrag auf faz.net von Alex Westhoff
Der Klassenverbleib wird für Darmstadt immer schwieriger. Gegen Köln ist das Spiel bereits nach der ersten Hälfte entschieden. Immerhin ein Erfolgserlebnis gelingt den „Lilien“ an einem bitteren Nachmittag.
Es war weit mehr als ein Dämpfer im Kampf um den Abstieg für den SV Darmstadt 98. Es war ein Nackenschlag, der die Hoffnungen vieler auf ein Happyend im Mai raubte. Die "Lilien" kassierten am Samstag eine bittere 1:6-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln. Während die rheinischen Chancen auf internationale Bewährungsproben in der kommenden Saison neue Nahrung erhielten, verlieren die "Lilien" von Coach Torsten Frings am Tabellenende mit sechs Zählern Rückstand auf den Relegationsrang den Anschluss.
In der Anfangsphase näherten sich die Kölner durch den aussichtsreichen Schuss (13. Minute) und knapp verzogenem Freistoß (22.) von Christian Clemens dem "Lilien"-Tor schon mal gehaltvoll an. Und der Kölner Torjubel sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Als die Darmstädter nach einem abgewehrten Freistoß erleichtert abzuschalten schienen, brachte Pawel Olkowski den Ball nochmal vor das Tor, wo er vom SVD-Abwehrchef Aytac Sulu unglücklich ins eigene Netz bugsiert wurde (32.).
Weil die Darmstädter an diesem schwarzen Tag aber ihre chronische Offensivschwäche auch mit einem desaströsem Abwehrverhalten kombinierten, hieß es für die Rheinländer: Toreschießen leicht gemacht. Die FC-Angreifer Yuya Osako (37.) und Anthony Modeste (42.) - der sich kurz zuvor eine ungeahndete Tätlichkeit gegen Sulu leistete - ließen sich freistehend vor dem Tor ihre Einladungen nicht nehmen. Von 0:0 auf 0:3 in zehn Minuten - da ließ es sich aus südhessischer Sicht trefflich hadern über die Großchance in der 24. Minute, als Jérôme Gondorf aus bester Position freistehend den möglichen Führungstreffer verfehlte.
Die "Lilien" kamen immerhin mit der Kraft der Verzweiflung aus den Kabinen und belohnten sich durch den 1:3-Anschlusstreffer (66.). Neuzugang Sidney Sam beendete per Elfmeter die 600 Minuten dauernde Darmstädter Torflaute. Doch bevor die 17.400 Zuschauer im ausverkauften Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor neue Hoffnung schöpfen konnten, leistete sich Sulu einen weiteren schweren Patzer. Osako ließ sich, abermals so nett eingeladen, nicht lange bitten und vollendete zum 4:1 (72.). Die eingewechselten Milos Jojic und Artjoms Rudnevs ließen kurz vor Schluss sogar noch den fünften und sechsten Stich ins Darmstädter Herz folgen. Das Darmstädter Debakel war perfekt.