Beitrag in der FAZ
Das 1:1 gegen Augsburg hilft den Kölnern nicht. Dem Team fehlt es an Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit.

Es war nicht so einfach, nach dem 1:1 des 1. FC Köln hinter die Fassade zu schauen, zu der das Gesicht von Steffen Baumgart geworden war. Der Trainer der Rheinländer, die nun auf dem letzten Tabellenplatz angekommen sind, wirkte betont neutral, er mochte nicht klagen, nicht schimpfen und auch nur dezent loben. „Der Versuch war da, aber das Ergebnis ist nicht so, wie du es dir am Ende wünscht“, sagte er und hob hervor, dass es auch hätte schlimmer kommen können: „Bei unserem Glück ist es normalerweise so, dass du als Verlierer vom Platz gehst.“
Die Kölner waren durch Linton Maina in Führung gegangen (16. Minute), hatten wieder einmal viele Chancen, aber es mangelte an Effizienz. Es ist zu sehen, dass diese Mannschaft gesund ist, Hingabe, Leidenschaft und auch der fußballerische Plan sind sichtbar. Sie schaffen es jedoch einfach nicht, diese Serie aus Spielen mit Pech, unglücklichen Umständen und auch eigenen Nachlässigkeiten vor beiden Toren nachhaltig zu beenden. Nach 25. Minuten traf der Augsburger Phillip Tietz zum Ausgleich. „Wir zeigen Geschlossenheit und kommen damit auch zu Stärke und zu Kraft“, sagte der Kölner Sportchef Christian Keller, „aber wir müssen uns wieder belohnen und dann kommt das Selbstvertrauen auch zurück.“
Hundertfach sind schwierige Phasen von Fußballmannschaften genau diesem Mechanismus folgend zu Ende gegangen, und dass mit Mark Uth sowie Jan Thielmann zwei lange verletzte Spieler mehr und mehr in die Mannschaft zurückfinden, nährt die Hoffnungen auf eine Wende. Zugleich birgt dieser Schwebezustand, in dem Erfolg fehlt, aber die Leistung okay ist, bekanntermaßen die Gefahr des Abkippens in eine Negativspirale. Als Nächstes stehen Partien gegen den VfL Bochum, Mainz 05 und Darmstadt 98 an sowie ein Duell mit dem FC Bayern München.