Die Kölner waren bedient. "Den ersten Videobeweis kommentiere ich nicht", sagte Kölns Kapitän Matthias Lehmann wütend, "erst pfeifen sie Foul und dann geben sie ein Tor." Alles in allem aber sei diese Entscheidung "nicht spielentscheidend" gewesen: "Wir haben kollektiv versagt." Während Dortmund die Tabellenspitze verteidigte, bleibt Köln Tabellenletzter, als einziges Team noch ohne jeglichen Punkt.
Dortmund hatte von Beginn den Ball kontrolliert wie in allen seinen vorangegangenen Spielen, aber obwohl sich zuletzt ein gewisser Mangel an Kreativität offenbart hatte, erzielte die Borussia ihr erstes Tor diesmal sehr schnell: nach 109 Sekunden. Jarmolenko ließ auf der rechten Seite mit einer Körpertäuschung den jungen Kölner Jannes Horn alt aussehen und flankte in die Mitte, in der sich der Linksaußen Philipp zum ersten Pfosten geschlichen hatte. Mit seinem Kopfball zum 1:0 löste er bei Kölns Innenverteidiger Jorge Meré einen Wutanfall aus. Die eher auf ein längeres Nullzuzull ausgelegte Kölner Defensiv-Verdichtung (4-5-1) war schon nach zwei Minuten hinfällig.
Mit dem umstrittenen 0:2 zu einem ungünstigen Zeitpunkt waren die Kölner Chancen in der zweiten Halbzeit nur noch theoretischer Natur. Der Handelfmeter nach neuerlichem Videobeweis und eine Minute später das zweite Tor von Aubameyang zum 4:0 sorgten dafür, dass die Partie nach einer Stunde entschieden war. Philipp steuerte sogar noch das 5:0 bei (69.). Der Sieg war klar verdient, doch die Diskussionen um den Sinn und den Wert des Videobeweises werden weitergehen.
"Was aus unserem Protest werden kann, das weiß ich auch nicht", sagte Trainer Peter Stöger auf die Frage, ob er sich eine Wiederholung des Spiels wünsche. "Der Videobeweis, den ich grundsätzlich befürworte, befindet sich in einer Testphase, und hier wurde meines Erachtens eine falsche Entscheidung gefällt - deshalb finde ich, dass diese Sache einmal gründlich durchdiskutiert gehört."