Beitrag von Ulrich Bauer, Daniel Peters, Vim Vonland und Frank Schneider auf bild.de
Noch weiß keiner, ob das 1:1 in Köln das letzte Spiel von Kevin De Bruyne (24) für Wolfsburg war. Falls ja, wird es nicht in bester Erinnerung bleiben ...
Der Millionen-Poker mit Manchester City lähmt De Bruyne. Ewig zieht sich die Entscheidung über einen Transfer in die Länge. Und das tut dem Belgier gar nicht gut.
►De Bruyne (BamS-Note 5) gewinnt nur 37 Prozent seiner Zweikämpfe (nur Perisic ist schlechter), spielt jeden vierten Pass zum Gegner (nur Dost war schlechter).
►Er bereitet nur einen Torschuss vor, schlägt magere zwei Flanken – eine zum Gegner, eine auf den Oberrang.
►Er vergibt in der Nachspielzeit die Mega-Chance zum 2:1, scheitert frei vorm Tor einmal an Köln-Keeper Horn und einmal am blockenden Lehmann.
Wolfsburg-Boss Klaus Allofs: „Es ist natürlich richtig, dass uns das beeinflusst. Aber wir dürfen jetzt nicht anfangen zu lamentieren. Das lasse ich nicht als Ausrede durchgehen. Wir müssen lernen, mit diesen Störfeuern und der Ungewissheit umzugehen.“ Der Manager mit einem Augenzwinkern: „Kevin hat sich der Mannschaft gut angepasst. Schön zu sehen, dass er noch ein Teil davon ist.“ De Bruyne dampfte nach Schlusspfiff wortlos ab. Trainer Dieter Hecking verteidigt ihn bei Sky: „Auf Statistiken gebe ich nicht viel. Man muss die Gesamtsituation sehen. Es waren einige dabei, die nicht gerade ihren besten Tag hatten. Kevin war bemüht, das Tempo hochzuhalten.“
Wie geht es jetzt weiter?
ManCity bietet De Bruyne bis zu 20 Mio Euro Gehalt pro Jahr. Legt der Scheich-Klub aus England mindestens 80 Mio Ablöse auf den Tisch, könnte Wolfsburg über einen Verkauf des Belgiers nachdenken. Ein Angebot über 62 Mio hat der VfL bereits abgelehnt.
BamS traf das Berater-Team des Belgiers, Patrick De Koster und Didier Feney, in der Halbzeit auf der Tribüne. De Koster: „Es gibt nichts Neues. Kevin ist Wolfsburg-Spieler. Vielleicht finden wir nächste Woche noch eine Lösung.“
Allofs zum Transfer-Hickhack: „Unser Bestreben ist es, das schnell zu klären, um uns wieder auf andere Dinge zu konzentrieren.“ Steht De Bruyne auch am Freitag gegen Schalke auf dem Platz? Allofs: „Wenn Sie mich heute fragen: ja ...“